Wenn Sie mit Werkzeugen, scharfen Kanten oder schweren Materialien arbeiten, möchten Sie sich auf Ihre Handschuhe verlassen können. Die Norm EN 388 hilft dabei, da sie genau festlegt, wie gut ein Handschuh mechanischen Belastungen standhält. Die Norm testet sechs wichtige Faktoren: Abrieb (A), Schnitt (B), Rissbildung (C), Durchstich (D), den TDM-Schnitttest gemäß EN ISO 13997 (E) und, falls vorhanden, Aufprallschutz (F).
In der folgenden Erläuterung werden alle sechs Widerstandstests übersichtlich erklärt, damit du immer die richtigen Handschuhe für deine Arbeit auswählst.
Die Abriebfestigkeit gibt an, wie gut ein Handschuh wiederholtem Kontakt mit rauen Oberflächen wie Holz, Beton oder Metallteilen standhält. Während des Tests wird Schleifpapier unter konstantem Druck über das Material bewegt. Anschließend wird die Anzahl der Zyklen gemessen, die erforderlich sind, um einen Handschuh durchzuschleifen. Je höher die Punktzahl, desto besser schützt der Handschuh vor Abnutzung.
Stufe | Min. Anzahl Zyklen | Bedeutung |
|---|---|---|
1 | ≥ 100 | Gelegentliche Reibung, grundlegende Nutzung |
2 | ≥ 500 | Regelmäßige Reibung, für Lager- und Logistikarbeiten |
3 | ≥ 2000 | Beständig gegen intensive Handhabung rauer Materialien |
4 | ≥ 3000 | Sehr hohe Abriebfestigkeit, langfristiger industrieller Einsatz |
Die Abriebfestigkeit bestimmt die Lebensdauer eines Handschuhs und hilft, Hautkontakt mit gefährlichen Oberflächen zu vermeiden.
Der Coup-Test bewertet, wie gut ein Handschuh wiederholten Schnitten mit einem rotierenden Messer unter geringem Druck (5 Newton) standhält. Der Test ist besonders relevant bei Tätigkeiten mit ständigen Schnittbewegungen, wie dem Schneiden von dünnem Material, leichten Metallarbeiten oder regelmäßigem Kontakt mit Schneidwerkzeugen.
Stufe | Schnittindex | Bedeutung |
|---|---|---|
0 | < 1,2 | Minimale Schnittgefahren |
1 | ≥ 1,5 | Grundlegende Schnittgefahren |
2 | ≥ 2,5 | Leichte Montagearbeiten |
3 | ≥ 5 | Mäßige Schnittgefahren |
4 | ≥ 10 | Beständig gegen scharfe Kanten und Metallarbeiten |
5 | ≥ 20 | Für hohe Schnittgefahr, industrieller Einsatz |
Wenn die Klinge während des Coup-Tests stumpf wird, gilt der Test als unzuverlässig und es muss der EN ISO 13997 (TDM-Test) angewendet werden.
Die Reißfestigkeit gibt an, wie viel Kraft erforderlich ist, um einen beginnenden Riss im Handschuhmaterial weiter aufzureißen. Dieser Wert ist wichtig bei Arbeiten mit scharfen Kanten, Metallteilen oder Materialien, an denen sich der Handschuh verfangen kann.
Stufe | Newton | Bedeutung |
|---|---|---|
0 | < 10 N | Minimale Reißfestigkeit |
1 | ≥ 10 N | Grundmaterial |
2 | ≥ 25 N | Mäßige Reißfestigkeit |
3 | ≥ 50 N | Gute Reißfestigkeit |
4 | ≥ 75 N | Sehr hohe Reißfestigkeit, Industriequalität |
Je höher der Wert, desto widerstandsfähiger ist der Handschuh gegen Zugkräfte und Einreißen bei intensiven Arbeiten.
Die Durchstichfestigkeit gibt an, wie viel Kraft erforderlich ist, um das Handschuhmaterial mit einer standardisierten Stahlspitze zu durchstechen. Dies ist wichtig bei Gefahren wie Nägeln, Metallsplittern oder scharfen Splitter.
Stufe | Newton | Bedeutung |
|---|---|---|
0 | < 20 N | Minimaler Durchstichschutz |
1 | ≥ 20 N | Grundlegender Durchstichschutz |
2 | ≥ 60 N | Leichte Industrie |
3 | ≥ 100 N | Metallbearbeitung |
4 | ≥ 150 N | Schwere Industrie, Abbrucharbeiten |
Eine höhere Durchstichfestigkeit verringert das Risiko eines akuten Durchstichs und erhöht die Sicherheit im täglichen Gebrauch.
Der EN ISO 13997-Test (auch TDM-Test genannt) bestimmt, wie viel Kraft ein Messer aufbringen muss, um das Material in einer geraden Bewegung zu durchschneiden. Dieser Test ist besonders wichtig bei Arbeiten mit hoher Schnittbelastung.
Stufe | Newton | Bedeutung |
|---|---|---|
A | < 2 N | Minimale Schnittgefahren |
B | ≥ 5 N | Grundlegender Schnittschutz |
C | ≥ 10 N | Mittlere Schnittgefahr |
D | ≥ 15 N | Schwere Schneidarbeiten |
E | ≥ 22 N | Sehr hohe Schnittfestigkeit |
F | ≥ 30 N | Extrem hohe Schnittfestigkeit |
Je höher der Buchstabe, desto besser ist der Handschuh gegen Schnittgefahren geschützt.
Der Aufprallschutz gibt an, ob der Handschuh Stößen oder Schlägen auf den Handrücken, die Knöchel und die Finger standhält. Bei der Prüfung wird die auf den Handschuh übertragene Kraft eines Gewichts von 2,5 kg bei einem Aufprall von 5 Joule gemessen. Das Material darf dabei nicht reißen.
Besteht der Handschuh den Test, wird dies mit dem Buchstaben P gekennzeichnet. Der Buchstabe P steht für „passed“ (bestanden). Wird der Test nicht bestanden, wird kein Level angegeben.
Handschuhe mit Impact P bieten zusätzliche Sicherheit bei Arbeiten, bei denen Stöße, Schläge oder herabfallende Teile auftreten können.
Obwohl EN 388 in Europa der Standard für die Bewertung der mechanischen Leistungsfähigkeit von Arbeitshandschuhen ist, wird in Nordamerika die ANSI-Norm verwendet. Beide Normen messen die Schnittfestigkeit, jedoch auf unterschiedliche Weise. Die Maßeinheiten und Leistungsstufen unterscheiden sich, sodass ein direkter Vergleich nicht möglich ist.
Ob in der Produktion oder bei schwerer Industriearbeit: Ein gut ausgewählter Handschuh beugt Verletzungen vor, erhöht den Komfort und verlängert die Lebensdauer. Mit den richtigen Normen treffen Sie fundierte Entscheidungen, die genau auf Ihre Risiken am Arbeitsplatz zugeschnitten sind.
Wir bei Majestic unterstützen Sie gerne bei der Auswahl der besten Handschuhe für Ihre Anwendung – damit jeder Mitarbeiter mit Zuversicht, Komfort und maximaler Sicherheit arbeiten kann. Wünschen Sie eine Beratung oder eine passende Empfehlung? Unser Team steht Ihnen jederzeit zur Verfügung.